Hakel-Kurzmeldung


Resolution zum Schutz des Hakelwaldes PDF Drucken E-Mail
Sonntag, den 03. Oktober 2010 um 13:19 Uhr

Resolution zum Schutz des Hakelwaldes

Diese Resolution richtet sich gegen die weitere forstliche Degradierung des Schutzwaldes Hakel und seiner Biodiversität einschließlich des Erholungswertes für die Waldbesucher aus einem weiten Einzugsbereich am Rande der Magdeburger Börde.

Der Hakelwald hat für die ausgeräumte und intensiv genutzte Agrarlandschaft der Magdeburger Börde als Refugium für seltene Pflanzen- und Tierarten und deren Gemeinschaften, den Erholungsbedarf der Anwohner und für den Wasserhaushalt im Regenschatten des Harzes eine herausragende Bedeutung. Er gehört zu den artenreichsten Wäldern Deutschlands und ist eines der am besten untersuchten Naturschutz- und Waldgebiete Europas.

Die vier Schautafeln an den Wegen zum Hakel bzw. an den Eingängen zum Wald, gestaltet vom Landschaftspflegeverband „Grüne Umwelt“ in Zusammenarbeit mit der Martin-Luther-Universität Halle, demonstrieren die Bemühungen der letzten Jahre, im Umfeld des Waldgebietes Strukturreichtum zu schaffen und die Biodiversität zu fördern. Dieser Prozess ist dringend weiterzuentwickeln und wissenschaftlich zu begleiten.

Der Hakel ist seit 1939 Landschaftsschutzgebiet. Seit 1961 wurde der Kleine Hakel sowie der NW-Rand und das zentrale Plateau unter Naturschutz gestellt. 1987 erfolgte die Meldung als IBA-Gebiet (Important Bird-Area of Europe), 1992 wird er SPA-Gebiet (Special Protected Area). 1995 erfolgte durch die Landesregierung von Sachsen-Anhalt die Unterschutzstellung des gesamten Waldes. Im gleichen Jahr erhielt der Wald auf Beschluss des Deutschen Rates für Vogelschutz den Status eines „Europareservates“. 2002 wurde der Hakel als FFH-Gebiet der EU vorgeschlagen und im gleichen Jahr der gesamte Hakel und sein Umland als NSG neu verordnet! Ist das alles Schall und Rauch?!

Die gegenwärtige forstliche Entwicklung des Hakelwaldes ist zutiefst Besorgnis erregend. Der Wald wird seit mehreren Jahren zu einem reinen Wirtschaftswald degradiert, von Naturschutz keine Spur!

Die überdimensionale Holznutzung und deren Erschließung durch Rückeschneisen sind für ein europäisches Vogelschutzgebiet und das ethische Empfinden der Erholung suchenden Bevölkerung unvereinbar. Der Wald und ein Teil der Wege sind verwüstet und tief durchfurcht. Das alles steht in gravierendem Gegensatz zur Biodiversitätsstrategie der Bundesrepublik Deutschland und des Landes Sachsen-Anhalt. Wir sind nicht gewillt, diesen Zustand weiter zu ertragen. Das Waldbild ist bereits stark geschädigt und der Verlust an brütenden Rotmilanen und Schreiadlern ist offenkundig. Der Hakel ist Landeswald und gehört uns allen.

Wir fordern eine sofortige Reduzierung des Holzeinschlages und Änderung der Entnahme, die umgehende Erarbeitung, Durchsetzung und Kontrolle eines Managementplanes, der die forstlichen Eingriffe stark begrenzt und zurückfährt. Wir sind der Meinung, dass die bisherige und künftige Dienstaufsichtspflicht einer strengen Prüfung zu unterliegen hat und die Verantwortlichen für den schweren Schaden des Waldzustandes und der Bodenverdichtung zur Rechenschaft zu ziehen sind. Entsprechend der EU-Gesetzgebung ist die massive Verschlechterung des Gesamtzustandes nicht zu akzeptieren. Dies gilt auch für den weiteren Ausbau von Windkraftanlagen im Einzugsbereich des Aktionsraumes der im Hakel und seinem Umland brütenden Greifvogelarten wie Rot- und Schwarzmilan, Schrei- und Seeadler.

 

Bürgerinitiative der Orte Hakeborn, Westeregeln, Etgersleben, Kroppenstedt, Heteborn, Hausneindorf, Wedderstedt, Hedersleben, Friedrichsaue, Schadeleben, Cochstedt, Egeln.

 

Die Resolution als PDF >>

 

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 04. Oktober 2010 um 15:35 Uhr